Lieber Volker,
liebes Brüderchen,
Du warst mein Bruder und Du warst ein Bruder und dafür bin ich Dir sehr dankbar.
Du warst ehrlich, zuverlässig, loyal, fleißig, pingelig, eigen, humorvoll, ein guter Tänzer, großzügig und sehr tapfer.
Als ich Dir zum Beispiel gesagt habe, dass ich Jacki einschläfern lassen musste, hast Du sofort gesagt: Schwesterchen, ich schenke dir einen neuen Hund unter einer Voraussetzung: Er muss kleiner sein als Jacki, denn du wirst auch nicht jünger und musst den Hund unter den Arm nehmen können. Und so kam Lea in ihr neues Zuhause. Es hat zwar nicht ganz so mit dem kleiner und unter den Arm nehmen geklappt, aber Du mochtest Lea.
Du hast auch zu Silvester Deine Böller in Richtung Borkum abgefeuert und mir dazu geschrieben: Ich glaube, die Reichweite hat nicht ganz gereicht, um sie zu sehen. Du wusstest, dass das Feuerwerk auf Borkum abgesagt worden ist, weswegen ich extra dorthin gefahren bin und wolltest mir eine Freude machen.
Es gibt so vieles, was Du für mich gemacht und wo Du an mich gedacht hast.
Du konntest auch nerven, umgekehrt ich Dich auch, aber wir nannten es Geschwisterliebe.
Du hast einmal im Krankenhaus zu einem Pfleger gesagt, als er Dich fragte: Herr Stepken, kann ich noch etwas für Sie tun? Ja, hätten sie einen Vorschlaghammer für mich für meine Schwester? Als der Pfleger weg war, hast Du ganz trocken gesagt: Ich glaube, er hat mich nicht verstanden.
Wir haben in unserem gemeinsamen Leben, welches für Dich leider viel zu kurz war, viele Höhen und Tiefen erlebt, aber wir haben immer zusammengehalten und uns gegenseitig geholfen.
Die letzten dreieinhalb Jahre sind Du, Annegret und ich zusammen einen schweren Weg gegangen. Ein Weg voller Schmerzen und vielen Ängsten, aber auch Spaß und Freude. Wir haben viel gelacht, vor allem über die „trockenen Sprüche“, die Du bei unseren Treffen rausgehauen hast.
Manches Mal sind wir auch an unsere Grenzen gestoßen, aber wir waren füreinander da. Du hast mir immer wieder, auch noch kurz vor Deinem Tod gesagt, wie froh Du bist, dass Du Annegret und mich hast.
Dein „Gretl“ (so wie wir beide sie genannt haben) hat alles für Dich getan und darüber warst Du froh und dankbar, dass Du sie an Deiner Seite hattest. Ihr habt euch nie im Stich gelassen. Und Du wolltest immer, dass, wenn Dir etwas passiert, Dein „Gretl“ versorgt ist.
Jetzt fehlen zwei wichtige Menschen in meinem Leben. Mama und Du und ich vermisse Euch und Ihr fehlt mir sehr.
Ihr bleibt in meinem Herzen.
Pass auf Dich auf, Du auch auf Dich (so haben wir uns immer verabschiedet)
Wir hatten ein Ziel …………………….. Dein Schwesterchen